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2 - noch offen

Schon beim Betreten hatte Max so ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Keine Ahnung warum. Obwohl, hmm... egal.

Sie fragt ihn ob ihm das Lokal gefällt. Max meint verhalten, dass er das noch nicht sagen kann. Er ist ja noch nicht so lange da. "Soll ich dir den Rest vom Lokal zeigen, Max?", meint Gundi. "Komm", sagt sie und deutet mit der Hand seitlich an Bar nach hinten.

Ein schmaler Gang geht da nach der Bar entlang nach Hinten. Rechts davon haben gerade noch ein paar Sofas platz. Am Boden liegen ein paar Pölster herum. Zerknautscht. Gar nicht sauber. "Irgendwie abgeschmirrt", denk sich Max.

"Das hier wird später alles noch voll. Die Meisten kommen erst später.", sagt Gundi. Ein Blick auf seine Uhr entlockt ihm eine erstaunte Mimik. Aber gut. Mag so sein. Weiter gehts nach hinten vorbei an den Toiletten. Gundi nimmt Max an der Hand. Gutes Gefühl für Max. Hat er doch schon eine Weile keine Frau mehr die ihn ab und zu berührt. Sie fühlt sich aber kalt an. Max zu Gundi: "Vom kalten Bier?" "Was meinst du?" "Na, deine kalten Hände" "Hab ich immer. Frauen haben das oft. Weißt du das nicht, Max?" grinst sie.

Gundi erzählt ihm noch, dass früher ganz hinten so eine Art Tisch gestanden hat. So einer mit Haken und Ösen an jedem Ende. Max hatte jetzt ein komisches Gefühl im Bauch. Gundi aber sagt noch, dass da jetzt ein Billardtisch steht. Carambol. "Willst du?" fragt ihn Gundi. Max kurz und knapp: "Yyyesss" - und grinst verschämt. Was Gundi nicht wusste, dass Max ein leidenschaftlicher Billardspieler ist. So leidenschaftlich, dass er manchmal sogar seine eigenen Regeln kurzerhand aufstellt.

Gundi weiter: "Weißt du Max, ich denk mir, dass dich das ein wenig runterholen könnte wenn wir miteinander spielen." "Na gut. Spielen wir". Gundi grinste so verschmitzt, dass Max sich momentan nicht auskannte. Sie dachte an früher, wo sie noch Strip-Billard spielte gegen eine Horde Männer vom Lokal. Damals floss Runde um Runde, so gut war sie.

Die Beiden spielten lange. Bis Gundi den Queue zur Seite stellte und meinte sie müsse jetzt raus schauen ins Lokal. Max legte sich erneut die Kugeln auf und fetzte eine Kugel nach der Anderen hinein. So wie früher, als er noch in Top-Form war. Da stand auf einmal Fred im Raum. "Du hast Gefühl, Junge" meinte er. "Ich bin nicht dein Junge", Max schroff zurück. "Sorry, war nicht so gemeint", kam von Fred als Antwort. Max knallte den Rest in die Löcher und legte den Queue auf den Tisch. Fred: "Eine Runde?" Max: "Nein, wo ist Gundi?" "Draussen. Sie rechnet grad ab", meinte Fred.

Max ging hinaus in den Barraum und Hermann klopfte ihm auf die Schulter, was er überhaupt nicht ausstehen konnte. So kumpelhaft. Dabei kannte er die Partie doch überhaupt nicht. "Kommst du noch mit, oder musst du schon nach Hause?" fragte ihn Hermann. "Wohin?" Bizi zuckte mit den Schultern und meinte "Irgendwo hin"

An der Bar hat Gundi gerade eine andere CD eingelegt. Soul. Fred tanzte wie unter Drogen mit den Hüften schwingend herum. Hermann:"Alles zusammen Gundi". Max:"Nein, ich zahl schon selbst, danke". "Zu spät", sagte Gundi. Sie schaut Max mit verdrehten Augen an; gibt ihm ein Busserl auf die Wange und flüstert ihm ins Ohr: "Pass auf. Lass dich nicht täuschen von denen". Max kennt sich sowas von überhaupt nicht aus in dem Moment.

Alle Vier haben das Lokal verlassen, da schickt Gundi ihren besten Freund nach. "Proni", sagt sie, "Schau auf Max, bitte". Proni ist nicht sehr groß gewachsen, aber flink wie ein Wiesel; in jeder Beziehung. Ein Lieber einfach. Proni rauscht mit seiner Vespa hinterher als die Vier mit einem Taxi Richtung Naschmarkt abbiegen. Wenn Gundi Hilfe benötigt, hilft Proni gern. Er mag sie einfach. Gundi ist immer für ihn da. Und Proni für sie. Gundi kannte die drei Typen von ein paar Mal im Lokal. Also nicht zufällig hier vorbei gekommen. Proni rauscht mit seiner Vespa in gutem Abstand hinter dem Taxi. Dann rechts rauf in eine Seitengasse. Das Taxi bleibt vorm BARON stehen. Proni fährt noch ein Stück weiter bis zur nächsten Ecke und ruft Gundi an um ihr zu sagen wo er ist.

"Danke mein Lieber", sagt Gundi schnell und legt auf. Sie ruft im BARON an. "Dragan bitte", sagt sie mit harter Stimme. "Dragan is nickt da", kommt es aus der Leitung. "Sag Dragan er soll sofort ans Telefon kommen", schnautzt sie ins Handy. Dragan riss der Kellnerin das Telefon aus der Hand weil er Gundi schon hören konnte und sagte mit sanfter Stimme:"Mammaa, wie schön dich zu hören" "Dragan. Bitte hör zu. Jetzt bin ich nicht deine Mammaa, sondern ich brauch deine Hilfe". "Um was gehts?" fragte Dragan.

"Pass auf Dragan, du bist DER BARON. Ich bitte dich um einen Gefallen. Vorhin sind vier Typen zu dir ins Lokal. Drei davon mit Anzug. Einer davon mit Jeans und Sakko. Der mit dem Sakko ist Max. Ein Freund. Auch ein Lieber. Pass auf ihn auf. Tu ihm nichts ins Glas. Auch wenn die anderen das wollen. Du weißt schon. Proni ist auch vor der Tür, falls was sein sollte. Er weiß bescheid. Was du mit den Anzugtypen machst, ist mir egal. Aber pass auf Max auf. Ich bitte dich."

Dragan meinte nur kurz: "Gäht OKä Gundi. Genn mi aus. Max wird nix bassiern bei mir." Und legt auf.

 

 

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Zuletzt vor 698 Tagen aktualisiert von wernhard