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September 23, 2009 bei Andy   Kommentare (0)

Fonds, Wirtschaft

Ich bin ja nicht zum ersten Mal hier - heute und jetzt aber wohl zum letzten Mal. Nicht, dass ich hier misshandelt oder sonstiges wurde. Aber meine Pläne haben einen anderen Weg eingeschlagen.

Das Gebäude ist mir wohlbekannt, nicht weit von meiner Arbeitsstätte weg. 1010 Wien, an prominenter Adresse nicht unweit der Rotenturmstraße. Die Filiale gehört zu einer Gruppe eines (kleineren) Bankenzusammenschlusses, der zum Beispiel mit "Regional verankert. National verbunden. International vernetzt." wirbt. Soll sein. Sie werden es überleben, zukünftig ohne mein Geld auszukommen :-)

Die beiden Türen, die mich vom ersten Stock, in dem die Beratungsmädchen und -burschen werken, trennen, öffnen sich pneumatisch. Die Ausstattung der einzelnen Büros und des Besprechungszimmers ist weiter nicht auffällig, die Größe der Räume ist wohl als mehr als ausreichend zu beschreiben.

Meinem Vater habe ich damals dazu geraten, Geld hier zu parken. Mein Gott, wie lange ist das her? Nach seinem Ableben habe ich das Depot übernommen. Es befanden sich keine riesigen Werte darauf und in den Jahren nach der Übernahme hatte ich keinen Kapitalbedarf, sodass es hier weiter verwaltet wurde. Das ist nun Vergangenheit!

Die Kosten der Verwaltung meiner Werte dürften sich vielleicht insgesamt auf 2 % p.a. belaufen. Damit ist das Unternehmen aber eh schon in der günstigeren Hälfte der Mitbewerber! Aber trotzdem zu teuer wenn man bedenkt, dass sich dieser Prozentsatz für mich als Anleger ja erst rechnet, wenn die Fondsmanager eine andauernde Outperformance (= Überrendite) erzielen, die darüber liegt.

Und? Schaffen sie es?
Die Antwort lautet natürlich "ja"... wenn man sie danach fragt. Mit ihren ausgeklügelten Analysen und Strategien "stehen sie uns auch in turbulenteren Zeiten zur Seite". Na sehr gut!

Das Problem ist nur: Auf jedes ihrer Veranlagungsprodukte gibt es -zig andere, die mir diverse Berater, Institute, Banken, Sparkassen, Versicherungen mit den gleichen Argumenten verkaufen wollen. Lauter Sieger an den Börsen? Alle auf dem ersten Platz mit völlig unterschiedlichen Konzepten? Und wenn nicht: Wer ist jetzt wirklich der bessere?

Also dann alles selbst (besser?) machen und jeden Tag mindestens eine Stunde seine Wertpapiere sichten (wie zum Beispiel hier beschrieben)?
Gut für all jene, die sonst keine (interessantere) Aufgabe haben; für mich jedoch indiskutabel...

Tja, Leute, jetzt ist wohl guter Rat teuer... ;-)

Wie seht ihr das?